
Diesel und Cabrio – das schien jahrelang ein unauflösbarer Widerspruch. Kein Wunder, wollte sich doch die genussfreudige Open-Air-Klientel nicht be-nageln lassen von den früheren, raubeinigen Dieseln und gleichzeitig den nicht vorhandenen Spareffekt auslassen: Cabriofahrer sind keine Tempobolzer-ins-Lenkrad-Beißer-Autobahn-Kilometer-Fresser. Aber die Zeiten ändern sich – neben Pionier Audi bieten auch BMW, Mercedes und Renault Viersitzer mit Selbstzünder an.
Zweiliter mit gutem Geräuschkomfort
Peugeot bietet den 307 CC in beiden Dieselvarianten an – also mit 109 und 136 PS (1,6/2,0 Liter). Wir probierten das Cabrio mit dem aus diversen Modellen des PSA-Konzerns hinlänglich bekannten, stärkeren Zweiliter, der auch im offenen Peugeot eine gute Figur macht. Dies gilt überraschenderweise vor allem für den Geräuschkomfort. Der Diesel ist so gut gedämmt, dass bei Offenfahrt die Umgebungsgeräusche schnell die Oberhand gewinnen. Luftverwirbelungen an den Scheiben, reflektierte Reifengeräusche in Ortsdurchfahrten etc. verschieben die Arbeitstakte des Selbstzünders in den Hintergrund. Klarer Eindruck: Akustisch hat der Diesel, verglichen mit dem gleich starken Benziner, keine Nachteile. Dass der Freiluft-Fan unter sich serienmäßig einen Rußfilter weiß, ist ja bei Peugeot ohnehin selbstverständlich.
Harmonische Kraftentfaltung
Die Kraftentfaltung ist wie gewohnt – gut. Weil der Selbstzünder ab 1300 Touren spürbar Schub entwickelt, lässt sich der offene Diesel einigermaßen schaltfaul bewegen und ermöglicht insofern das cabrio-typische Cruisen. Das serienmäßige Sechsgang-Getriebe ermöglicht dank großer Spreizung und langer Gesamtübersetzung eine drehzahlschonende Fahrweise.
Cabrio und Diesel – das funktioniert durchaus im 307 CC. Der (kultivierte) Selbstzünder tritt, insbesondere bei offener Fortbewegung, akustisch absolut in den Hintergrund. Natürlich bietet der Diesel nicht jene famose Klangkulisse, mit denen typischerweise ein Sechszylinder schmeichelt – den es im 307 CC aber nicht gibt. Andersherum erfordert das Common-Rail-Aggregat im Vergleich mit den alternativen Peugeot-Benzinern keine Abstriche. Monetär – Ausnahme: Kilometerfresser – kommt der Diesel sogar etwas teurer. Oder, um es kurz zu sagen: Es spricht nichts gegen den Diesel-Kauf, aber im Grunde auch nichts dafür.
Ansonsten teilt der be-dieselte 307 CC alle Stärken und Schwächen der Benziner-Varianten. Auf der Habenseite stehen ausgewogene, auch ausreichend agile Fahreigenschaften und ein recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Negativ schlagen Nebenwirkungen zu Buche, die das nur zweiteilige Klappdach eben mit sich bringt: vor allem das stark eingeschränkte Cabriogefühl wegen der weit nach hinten gezogenen Frontscheibe und die bescheidenen Platzverhältnisse im Fond.
